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ISAF Sicherheitstraining für Teilnehmer am „Pantaenius Rund Skagen“ verpflichtend

Insbesondere die Regatta „Pantaenius Rund Skagen“ hat uns Seglern vor zwei Jahren wieder vor Augen geführt, dass der blanke Hans auf der Nordsee für Schiff und Mannschaft eine ganz besondere Herausforderung bedeuten kann. Von den 92 gemeldeten Schiffen gingen 54 Yachten an den Start, von denen dann letztendlich 24 Schiffe das Ziel in Kiel erreichten. Für das Nordseewochen -Team war die Veranstaltung ein großer Erfolg, der aber nur der guten Vorbereitung der Yachten und Mannschaften zu verdanken war: Trotz teilweise dramatischer Vorkommnisse ist keiner der Teilnehmer zu Schaden gekommen. Alle Mannschaften und, mit einer Ausnahme, alle Schiffe sind heil und gesund wieder ans Festland gekommen.

International hat sich der Sicherheitsstandard gegenüber den in Deutschland gültigen Vorschriften, soweit es um die technische Ausrüstung geht, in den letzten Jahren kaum weiterentwickelt. Der Bereich, in dem die ISAF (International Sailing Federation) sowie viele ausländischen Regattaveranstalter inzwischen die Anforderungen für die Teilnehmer von „Hochseeregatten angehoben haben, betrifft die Ausbildung und Erfahrung der Segler.

Die hohe Qualität von Ausrüstungsgegenständen, die Verlässlichkeit von Wettervorhersagen, die zur Verfügung stehenden Navigations- und Kommunikationseinrichtungen, all diese Dinge sorgen dafür, dass wirklich kritische Situationen im normalen Segleralltag immer seltener auftreten. Erfahrungen mit schwierigen Wettersituationen werden seltener gemacht. Vorsichtige Skipper, ausgerüstet mit modernster Technik – auch in Sachen Wettervorhersage, Ortsbestimmung und Kursoptimierung- geraten immer seltener in kritische Wetterlagen.

Bei Regatten wie dem „Pantaenius Rund Skagen Rennen“ wird jedoch gestartet, egal (natürlich in Grenzen), wie die Wetterlage ist:

Daher wird die Regattagemeinschaft „Nordseewoche“ sich dem internationalen Trend anschließen, für die teilnehmenden Yachten Nachweise für „Erfahrung“ – sprich, die Fähigkeit, sich mit schwierigen Situationen auseinander zu setzen- als eine Eingangsvoraussetzung zu fordern.

In den international angewendeten ISAF Sicherheitsvorschriften wird im Abschnitt 6 der „Special Regulations“ gefordert:

Mindestens 30% der Crew aber nicht weniger als zwei Personen, einschließlich des Skippers, muss innerhalb der letzten fünf Jahre vor dem Start einer Wettfahrt ein Training in den Bereichen unter ORS 6.02 für theoretische Übungen und unter ORS 6.03 für praktische Übungen durchgeführt haben.

Lehrinhalte des Kurses ist im einzelnen:

  • 6.02.1 Handhabung und Wartung der Sicherheitsausrüstung
  • 6.02.2 Sturmsegel
  • 6.02.3 Schadenkontrolle und Reparatur
  • 6.02.4 Schwerwetterverhaltensregeln, Bootsführung, Treibanker
  • 6.02.5 Mann-über-Bord-Verhütung und Bergung von Personen
  • 6.02.6 Assistenz für andere Fahrzeuge
  • 6.02.7 Unterkühlung
  • 6.02.8 SAR Organisation und Methoden
  • 6.02.9 Wettervorhersage
  • 6.03 Inhalt des praktischen Trainings
  • 6.03.1 Rettungsinseln und Rettungswesten
  • 6.03.2 Brandschutzmaßnahmen und der Gebrauch von Feuerlöschern
  • 6.03.3 Gebrauch der Kommunikationseinrichtung (VHF, GMDSS, Satcomms, etc.)
  • 6.03.4 Pyrotechniken und EPIRBs
  • 6.04 Trainingsübung an Bord
  • 6.04.1 Es wird empfohlen, dass Crews Sicherheitsübungen, inklusive des Man-Überbord-Manövers, in regelmäßigen Abständen durchführen.
  • 6.05 Medizinisches Training

Mindestens ein Crewmitglied muss einen „Erste Hilfe“-Kurs innerhalb der vergangenen 5 Jahre absolviert haben.

Es werden diverse ISAF Kurse in Deutschland angeboten. Wichtig ist, dass es sich um einen vom DSV lizensierten Kurs handelt. Für den Raum Bremen ist schon, Dank der Initiative von August Judel vom Fachverband Segeln, ein Kurs für Ende Februar in Elsfleth organisiert worden. Informationen über den Kurs in Elsfleht finden Sie hier. Außerdem gibt es weitere Anbieter auf dieser DSV Liste.

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