Montag: „Die Navigatoren sind gefordert“

Auch am Pfingstmontag, dem vierten Tag der 88. Nordseewoche im 101. Jahr, wurde den Seeseglern wieder bestes Segelwetter geboten. Am Vormittag konnte die Helgoländer Acht um die Hauptinsel erfolgreich abgeschlossen werden. Anschließend ging es für den Großteil der Teilnehmer zurück in Richtung Festland. Doch ein Teil der Crews stellt sich der neuen 350-Seemeilen-Herausforderung Helgoland Offshore Triangle.

Ergebnisse Helgoländer Acht

Nimmt man es genau, dann sind die 11 Yachten, die am Pfingstmontag an der Helgoländer Acht teilgenommen haben, keine Acht, sondern eine Null gesegelt. Bei 14 bis 18 Knoten Wind, sonnigem Himmel aber kühlen Temperaturen, ging es ab 9.00 Uhr in zwei Startgruppen auf die Bahn, zuerst die Boote der Family-Cruiser-Wertung, dann die ORC international und ORC Club Schiffe. Gestartet wurde gegen den Wind, von Süd nach Nord. Der Kurs führte einmal im Uhrzeigersinn um Helgoland herum. „Es war heute ein weiterer Traumtag der diesjährigen Nordseewoche und ein richtig schönes Rennen, auch zum Zuschauen“, sagte Wettfahrtleiter Albert Schweizer.

Schnellster der Regatta nach gesegelter Zeit wurde Ralf Lässig mit seiner XP44 „Xenia“. Er benötigte 1 Stunde, 41 Minuten und 5 Sekunden und war damit gut 9 Minuten schneller als der Zweite, Heiko Päsler mit seiner X36s „static electric“ (GER 4941). Für Päsler bedeutete diese Zeit berechnet den Sieg in der ORCi Alle-Wertung. Die Family Cruiser-Wertung entschied berechnet Gerd-Walter Siefert mit seinem Wattenkreuzer „Moorsteert“ für sich.

Sieger Family Cruiser Cup

Nach dem Zieldurchgang der Helgoländer Acht stand dann auch der Gewinner des Family Cruiser Cups 2023 fest. Die Gesamtwertung ergibt sich aus den Ergebnissen einer der Zubringerregatten, dem Ergebnis des Capitell Cup Rund Helgoland und der Helgoländer Acht. Gewonnen hat Sven Maselowskis Duetta 94 „Maiti“ (GER 7039) mit Helge Jessen am Ruder. Albert Schweizer gratulierte zu dem Erfolg: „Es war alles dabei: Leichtwind am Samstag, mittlerer Wind am Sonntag und mehr Wind heute. Das war eine super Leistung über die ganze Nordseewoche hinweg! Ich hoffe, das motiviert auch andere Crews, hier bei der Nordseewoche mitzusegeln.“ Der Family Cruiser Cup richtet sich an Crews, die sonst nicht unbedingt an Regatten teilnehmen, aber trotzdem Lust haben, die Nordseewoche mitzusegeln. Die Teilnehmerboote müssen nicht vermessen sein und es wird ohne Spinnaker und Gennaker gesegelt.

Start der Rückregatta

Der Rückregatta von Helgoland nach Cuxhaven schlossen sich 13 Crews an. Eine Startgruppe überfuhr um 13.40 Uhr die Startlinie. „Es war sehr schöner Wind, 20 Knoten, sonnig, aber recht kalt“, berichtete Nordseewoche-Organisationsleiter Marcus Boehlich. Direkt nach dem Start setzten einige Teams ihre bunten Vorwindsegel.

Start der Langstrecke H.O.T. – „Ginko“ gibt wegen Schaden auf

Die größte Neuerung der diesjährigen Nordseewoche begann um punkt 16.30 Uhr am heutigen Pfingstmontag. Ein kleines, aber sehr starkes Feld von sieben Yachten machte sich auf zur neuen Nordseewoche-Langstreckenregatta Helgoland Offshore Triangle (H.O.T.). Die Bedingungen beim Start: blauer Himmel, 12 Grad Celsius Lufttemperatur, 12 Grad Celsius Wassertemperatur und gute 20 Knoten Wind aus Nord. Dieser Wind wird bis Dienstagvormittag voraussichtlich noch leicht zunehmen, um sich dann bis Dienstagabend bei 8 bis 12 Knoten einzupendeln. Mittwochfrüh folgt dann eine Flautenphase, für die Wetterexperte Meeno Schrader im boot Düsseldorf Wetterbriefing 2 bis 5 Knoten erwartet. „Diese Leichtwindphase wird es besonders spannend machen. Hier sind die Navigatoren gefordert“, so Schweizer.

Von vorne nach hinten: “Ginko”, “Toke” und “Edelweiß” beim Start der Langstrecke Helgoland Offshore Triangle. Foto: Johann Nikolaus

Gegen 18 Uhr meldete der Zollkreuzer „Borkum“ der Nordseewoche-Leitung, dass Dirk Clasens „Ginko“ wegen eines Schadens das Rennen abbrechen muss. Näheres ist zur Zeit noch nicht bekannt.

Vor den verbleibenden sechs Teams liegt ein Kurs von etwa 350 Seemeilen um feste Seezeichen, der von Helgoland zuerst in Richtung Amrum führt, dann nach Nord-Westen weit hinaus in die Nordsee, dann nach Süden, um dann wieder zur Amrumbank, westlich von Amrum, und zurück nach Helgoland zu führen.

Wettfahrtleiter Schweizer geht davon aus, dass die Schnellsten am Mittwochabend zurück sein werden und der letzte Teilnehmer bis spätestens Donnerstag die Ziellinie vor Helgoland überquert. „Es wird eine typische Langstrecke, in der alles dabei ist“, so Schweizer.“ Im Feld der Teilnehmer findet sich Daniel Baum mit seiner neuen „Elida“, der das H.O.T. als Qualifikationsregatta für das Fastnet Race nutzt.

Auf der Website der Nordseewoche ist das Fleettracking für das H.O.T. zu finden, dass die Firma Garmin mit ihrer inReach-Technologie möglich macht. Dort sind der zu fahrende Kurs und die Daten der Teilnehmeryachten, wie Position, Geschwindigkeit die gesegelte Distanz und die noch zu segelnde Distanz, einsehbar.

Der zu segelnde Kurs E der Helgoland Offshore Triangle. Grafik: NV Charts
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